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WHY ARE ASSOCIATIONS NEEDED IN THE LIGHTING INDUSTRY?

Interview des Luxlumina Magazins mit einem unserer Vorstände:

WOZU BRAUCHT ES VERBÄNDE IN DER LICHTBRANCHE?

Es antwortet:

Sprecher der FILD Federation of International Lighting Designers e.V. Reinhard Vedder Vedder.Lichtmanagement, CEO  

Licht übt einen Zauber auf uns Menschen aus! Kennen Sie jemanden, der dieser Aussage widersprechen würde? Licht ermöglicht, unsere Lebensräume so besonders zu gestalten, dass viel mehr entstehen kann als nach Norm beleuchtete Innen- und Außenräume. Was nach Binsenwahrheit klingt, scheint heute schwer umsetzbar zu sein. Viele, meist ungeschulte Berufsgruppen mischen sich ein, zuletzt Politiker und Energieberater. Allem voran zementiert seit Jahrzehnten die willkürliche Aufspaltung des Fachgebietes Lichtgestaltung in einen architektonischen und einen elektrotechnischen Teil den Status quo einer auf veraltete Normen reduzierten und uninspirierten Leuchtenverteilung. Das ist kein Zufall, denn angehende Architekten und Ingenieure lernen wenig bis nichts über das Lehrgebiet „Lichtgestaltung“. Die Frage lautet daher eher: Welche Verbände braucht es in der Lichtbranche, um unabhängig von wirtschaftlichen Interessen die Bedeutung des Lichts für die Architektur und damit für die Menschen in gebaute Realität umzusetzen? Um die Situation zu ändern, gründeten zwölf unabhängige Lichtdesigner, Professoren und Hochschullehrer aus Deutschland, Österreich und Belgien 2014 den Berufsverband FILD – Federation of International Lighting Designers e.V. Sie erklärten als wesentliche Ziele, das Arbeitsfeld der gestalterisch anspruchsvollen Lichtplanung als geschützten Berufsstand und die Ausbildung zum Lichtdesigner in den europäischen Ländern einheitlich und vergleichbar zu etablieren.

Interview by Luxlumina magazine with one of our board members:

WHY ARE ASSOCIATIONS NEEDED IN THE LIGHTING INDUSTRY?

It answers:

Speaker of the FILD Federation of International Lighting Designers e.V. Reinhard Vedder Vedder. Light Management, CEO

Light has a magic effect on us humans! Do you know anyone who would contradict this statement? Light makes it possible to design our living spaces so special that much more can be created than indoor and outdoor spaces that are lit according to standard. What sounds like the truism seems to be difficult to implement today. Many, mostly untrained profession groups get involved, most recently politicians and energy consultants. Above all, for decades the arbitrary division of the field of lighting design into an architectural and an electrotechnical part has cemented the status quo of an uninspired luminaire distribution that has been reduced to outdated standards. 

This is no coincidence, because prospective architects and engineers learn little or nothing about the subject of „lighting design“. The question is therefore rather: Which associations are needed in the lighting industry in order to implement the importance of light for architecture and thus for people in built reality, regardless of economic interests? In order to change the situation, twelve independent lighting designers, professors and university lecturers from Germany, Austria and Belgium founded the professional association FILD – Federation of International Lighting Designers in 2014. They declared that the main goals were to establish the field of creative demanding lighting planning/light architecture as a protected profession and the training to become a lighting designer in a standardised and comparable way in European countries.

Neue Vorstandssekretärin

Wir begrüßen Frau Inge Metzger als neue Vorstandssekretärin und heissen Sie im Team willkommen.

Frau Metzger ist erreichbar unter Inge.Metzger@fild.eu.

Zum 88. Geburtstag von Ingo Maurer

Zeitlebens hat er darauf hingewiesen, welch elementaren Einfluss das Licht auf die Lebensqualität von uns Menschen hat: Am 12. Mai 2020 wäre Ingo Maurer 88 Jahre alt geworden. Vergangenen Oktober ist unser genialer und streitbarer Kollege im 87. Lebensjahr in München gestorben.

Maurer war ein Lichtpionier, ein Künstler, dem wir großartige Lichtobjekte und Lichtinstallationen verdanken. Seine Reise mit dem Licht begann 1966 mit der Tischleuchte „Bulb“, die bereits 1969 in die Designkollektion des New Yorker Museum of Modern Art aufgenommen wurde. Es folgten kommerziell erfolgreiche und oft kopierte, in ihrer Präzision aber unerreichte Objekte wie die Niedervolt-Halogenlampe „YaYaHo“ (1984) oder die Zettelleuchte „Zettel´z 5“ (1997). Von tiefgründigem Witz zeugt auch seine technoide Stehleuchte „My New Flame!“ (2012), bei der ein LED-Panel eine flackernde Kerzenflamme imitiert.

Licht mit hoher emotionaler Wirkung

Maurers Kreationen waren fantasievoll, oft überraschend, und sie unterstrichen stets die hohe emotionale Wirkung, die Licht auf uns ausübt. Besonders für das warme, anregende Licht der Glühbirne machte er sich stark. Als einer der Wenigen versuchten er und sein Designteam anno 2009, öffentlich gegen die EU-Leuchtmittelverordnung mobil zu machen. „Wir haben nie gezögert, uns mit neuen Lichttechnologie auseinanderzusetzen. Trotzdem halten wir die Qualität des Lichts einer Glühlampe nicht für ersetzbar, sondern für einzigartig“, schrieb er damals in einer Presseerklärung. Und warnte darin vor den negativen Auswirkungen, die das Licht von Kompaktleuchtstoffröhren und anderen minderwertigen Leuchtkörpern auf die Psyche der Menschen hat.

Internationale Ausstrahlung

Seine Lichtobjekte wurden in Ausstellungen in Paris, New York und Tokio gezeigt. Als Lichtplaner war er für den japanischen Modedesigner Issey Miyake tätig, außerdem gestaltete er die Innenräume des Atomiums in Brüssel und im Atrium des Kaufhauses Lafayette Maison in Paris. Für München plante er 1998 die Beleuchtung für den U-Bahnhof Westfriedhof. Sein letztes Projekt war die Deckenleuchte „Silver Cloud“ im Münchner Residenztheater, die wenige Tage vor seinem Tod im Oktober 2019 fertiggestellt wurde. Ingo Maurer hat zahlreiche internationale Designpreise erhalten und wurde 2006 zum Ehrendoktor des Royal College of Art in London ernannt. Seine Stimme fehlt uns schon jetzt.